Winterurlaub in Lappland

Lappland Winterlandschaft

Die Reisebeschreibung klang verlockend: Schneeschuhwanderungen und Skilanglanglauf durch die verschneite Winterlandschaft, zur Entspannung Eisangeln auf den zugefrorenen Seen und zum Spaß mit den Schneemobils durch die Landschaft heizen. Als kulturelles Programm galt es, den Rentieren in Lappland einen Besuch abzustatten. Gelesen und sofort gebucht.

Ankunft im winterlichen Lappland

Eisangeln

Eisangeln

Die Anreise nach Schwedisch – Lappland ist doch etwa anstrengend. Zuerst mit dem Flieger von Frankfurt nach Stockholm. Von dort flogen wir mit einen kleineren Flugzeug in die Universitätsstadt Umea an der Küste. Hier erstmal die erste Enttäuschung: Selbst in diesem nördlichen Gefilde begrüßte uns die Natur mit Frühlingstemperaturen. Zum Glück lag unser Hotel etwa 4 Autostunden westlich der Küste in den Bergen Mittelschwedens. Hier sollte doch wenigstens etwas Schnee liegen. In normalen Wintern sind dort die Temperaturen tagsüber bei minus. Je näher wir unserem Urlaubsort kamen, desto winterlicher wurde es dann schon. So kalt wie befürchtet war es dann doch nicht, die Höchsttemperaturen betrugen minus 2 Grad, des Nachts sank das Quecksilber auf minus 10 Grad. Die Schneedecke betrug etwa 20 cm, nicht berauschend, aber ausreichend.

Ein gemütliches Hotel zum Erholen

Das Hotel in Saxnö lag inmitten eines Sees auf einer Halbinsel. Richtig nette Lage. Es gab sogar ein kleines Schwimmbad und eine Sauna. Ein Wohlfühlhotel für den kalten schwedischen Winter. Gegen 9 Uhr wurde es dann langsam hell und 15.30 Uhr war es bereits Winter stockduster. Die Sonne kam in dieser Woche kein einziges Mal heraus. Für Langschläfer ist es hier oben perfekt: Unter Tagesprogramm begann immer erst gegen 10 Uhr. Ausschlafen im Urlaub, was gibt es Schlimmeres.

Schneeschuhwanderung durch die verschneiten Wälder

Schneeschuhwanderung

Schneeschuhwanderung

Die Eröffnung unserer Winteraktivprogrammes war eine erste Schneeschuhwanderung. Eingemummelt in mehrere Schichten Kleidung spazierten wir über den zugefrorenen See in die angrenzenden Wälder. Die kalte Luft war richtig angenehm. Man spürte richtig die Sauberkeit der Luft, die man jetzt einatmete. Wider erwarten ist Schneeschuhlaufen doch ganz schön anstrengend. In nicht präparierten Wegen sinken die vordersten Wanderer tief in den Schnee ein. Hintere Leute haben es in den vorbereiteten Wegen der Vorleute natürlich einfacher. Trotzdem ist es ein Riesenspaß, durch die verschneiten Wälder von Lappland zu laufen. Später sind wir mit GPS – Geräten stundenlang durch die Wälder geirrt, ohne irgendwelche Wege oder Zeichen von Zivilisation zu erblicken. Ohne ständigen Wechsel an der Spitze der Gruppe wäre die Wanderung durch den im Schnitt 30 cm tiefen Schnee kaum möglich gewesen.

Bei den Rentieren

Rentier

Rentier

Wie bereits erwähnt, bestand das Kulturprogramm aus dem einer Samifamilie, die einige Rentiere zu Hause hatte. Die richtige Herde befand sich diese Jahreszeit jedoch tief in den Wäldern. Diese Familie hatte ein weißes Rentier, auch hier eine seltene Farbe. Alle Mitreisenden verliebten sich sofort in das drollig aussehende Rentier mit seinen Kulleraugen. Da es von der Familie als Waise gefunden und aufgezogen wurden, war es zahm. Wir konnten es problemlos streicheln und füttern. In einer typischen Hütte der Ureinwohner bekamen wir dann noch einige typischen Speisen der Sami zu essen, währenddessen die Familie etwas über ihr Leben sprach.

Eisangeln auf dem See

Bei Eisangeln fällt mir immer ein alter amerikanischer Film mit Walther Mathau ein, wo er mit Nachbarn den ganzen Tag auf einem See verbringt und Kaffee trinkend einen Fisch nach dem anderen fängt. Wir stiefelten in die Mitte des den Hotel angrenzenden Sees und ließen uns auf Rentierfellen nieder. Mittels Eisbohrer bohrte sich jeder Mitreisender sein eigenes Loch. Und dann begann das Warten. Und Warten. Die Temperaturen betrugen etwa minus 7 Grad, es blies ein ordentliches Lüftchen über den See. Obwohl ordentlich eingemummelt in diverse Kleidungsschichten, spürten wir allmählich die Kälte. Alle gefangenen Fische des heutigen Tages wollten wir uns abends im Hotel zubereiten lassen. So unser Plan. Bei 11 Eislöchern sollten doch einige Fische abfallen. Nach 2 Stunden gaben wir auf. Die Erkenntnis des Tages: Angeln kann ganz schön langweilig sein. Und im Winter friert man noch dazu.

Schneemobilfahrt

Schneemobilfahrt

Das Highlight: Snowmobilfahren in der Wildnis

Die ganzen Tage sahen wir schön die Einheimischen mit ihren Schneemobilen. Ganz schöne Geschosse mit bis zu 150 PS. Wenn die Leute mit ihren Gefährten an uns vorbeirasten, bekamen wir schon ein mulmiges Gefühl. Mit diesen Geschossen wollten wir dann auch fahren. Dann kam der große Tag: Jeder bekam sein Snowmobil und nach kurzes Einweisung ging es los. Die ersten 10 Minuten fuhren wir alle vorsichtig, um die Maschine erstmal kennen zu lernen. Doch bald ging der Spaß richtig los. Durch verschneite Wälder rasten wir auf den Pisten entlang. Einige Mitstreiter verpassten einige Male die Kurven und landeten in Gräben. Passiert ist dabei aber nichts, nach kurzer Zeit stand das Schneemobil wieder einsatzbereit auf dem Weg. Absolutes Highlight waren aber die Freestylefahrten auf den Wiesen. Hier durften wir uns austoben. Es gab keine Gräben, keine Bäume, dafür aber Tiefschnee auf etwa 500 mal 500 Metern Fläche. Hier fuhren wir die Maschinen bis zu unserem Limit aus. Geschwindigkeiten bis knapp 70 km/h im Tiefschnee bin ich gefahren. Ein totaler Spaß, den jeder einmal erleben sollte. Den letzten Teil der Rundfahrt absolvierten wir im Dunkeln, doch mit Hilfe der guten Scheinwerfer überhaupt kein Problem.
Die sieben Tage hier oben in Lappland waren Erholung pur. Die Kombination aus Aktivitäten im Freien, Relaxen in der Sauna und Ausschlafen ergeben den perfekten Kurzurlaub.

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