San Juan del Sur – ein kleines Fischerdorf mit Surfleidenschaft

Am nächsten Tag gings über 2 Busumstiege an die Grenze nach Nicaragua. Wir mussten zunächst bei über 30°C in der prallen Sonne warten, bis wir den Ausreisestempel bekamen. Auf der anderen Seite des Zauns (Nicaragua) warteten bereits die Geldwechsler und lockten mit “Cambio-, Cambio-Rufen”. Meinten die das wirklich ernst? Ich soll denen mein Geld durch einen Maschendrahtzaun geben und hoffen, dass sie mir mit ihren “überragenden” Wechselkursen wieder Geld aushändigen? Das macht doch kein normaler Mensch. Wir sind dann doch lieber an den Bankautomat gegangen.

Nachdem unsere Ausreise genehmigt war, mussten wir kurz staunen, wie viele Leute nach Costa Rica einwandern. Da war bestimmt eine 800m-Schlange und wir müssen ja in ein paar Tagen auch da stehen…. prost Mahlzeit…

In Nicaragua mussten wir 12$ Einreisegebühr zahlen – warum nennen sie es nicht gleich Visum?! Das Beste daran war noch, dass man 12 US-Dollar wollte und die eigene Währung (Cordoba) nicht akzeptierte. So musste ich doch zu nem Cambio-Menschen, um die lokale Währung in US-Dollar zu wechseln. Naja gut, andere Länder, andere Sitten.

Nachdem unsere Pässe dann insgesamt 5 Mal kontrolliert wurden, gings mit 3 Mädels, die wir dort getroffen haben, im Taxi zum Fischerdorf San Juan del Sur. Wir waren halt zu 5, aber das war hier egal. Zwei vorne, drei hinten und los.

Auf dem Weg dorthin konnten wir bereits aus der Ferne den Vulkan “Concepción” auf der Isla de Ometepe bestaunen, den wir ein paar Tage später kennenlernen sollten.

San Juan del Sur

San Juan del Sur

Als wir in die Stadt einfuhren, machte sich endlich das Lateinamerika-Feeling breit. Die bunten, alten Kolonialhäuser und die Latinobeats aus den Häusern der Einheimischen ließen mein Herz höher schlagen. Das kleine Fischerdorf war nur ca. 400m x 400m groß im Zentrum, lud jedoch an jeder Ecke zum Verweilen und Fotographieren ein. Am flachen, langläufigen Strand spielten die Kinder Fußball und die Pelikane schwammen im Meer.

Herausragendes Abendessen – Hünchenteile und Kartoffelpüree in einer Maracuja-Soße – Auf der Dachterrasse des Hostels gabs dann noch ein paar kühle Rum-Cola und einige Backpacker konsumierten süßlich riechende Pflanzen was hier ganz normal ist, jedoch ebenfalls mit Strafe bedroht ist, was sich wohl mit einem kleinen Schmiergeld regeln lassen würde. Die Jungs müssens ja wissen.

Die Partys am Strand waren genial, jedoch ließ der Besitzer über den DJ ausrichten, dass sich alle Gäste verpissen sollen, weil zu wenig da seien – waren halt so 60 Leute – naja was solls. Nach dem üblichen Gute-Nacht-Snack (Burrito) gings halt heim. Achso, Rum-Cola kostet ca. 1$. Traumhaft.

Surfen am Playa Madera

Surfen am Playa Madera
Bild: lauzon73 (CC BY 2.0)

Mit nem Hostelshuttle gings am nächsten Morgen zum Playa Maderas, an Board natürlich das Surfbrett und meine Kamera. Ich habs dann natürlich auch gleich voll übertrieben und war fast 7 Std. in der Sonne und musste feststellen das mein südländischer Körper doch nicht so viel Sonne aushält, wie ich dachte. Hatte nen schönen Sonnenbrand und mein Bauch war etwas aufgeschürft, durch das ständige Surfbrett besteigen und dann ergab auch alles einen Sinn, denn einige Surfer trugen dünne Langarmoberteile….. zum Abschluss hab ich mir noch die Kapsel im Ringfinger gefetzt und entschied mich dann endgültig an der Bar Platz zu nehmen. Janett war etwas schlauer und nahm rechtzeitig den Schattenplatz ein.

Mit frischen Smoothies aus allerlei Früchten und dem Sonnenuntergang verabschiedeten wir uns. Am nächsten Tag wurden wir noch Zeuge einer lustigen Aktion. Ne Oma wollte ihren Tante-Emma-Laden öffnen, doch da lag ein total besoffener Einheimischer vor dem Eingang. Sie hat nicht lange gezögert und holte männliche Hilfe von den Nachbarläden, die den Betrunkenen an Händen und Füßen packten und einfach auf den gegenüberliegenden Rasen legten er hatte wohl einen tiefen Schlaf….erinnert mich ein bisschen an frühere Zeiten in Büttelborn, besonders an den Gässelweg. Den geilen Typen gibts immenoch, aber nicht mehr so in Action…

Meine Mittelamerika-Reise:

  1. San José – Cartago – ein unspektakulärer Mittelamerika-Auftakt
  2. Monteverde und Santa Elena – I believe I can fly
  3. San Juan del Sur – ein kleines Fischerdorf mit Surfleidenschaft
  4. Isla de Ometepe – schwarz oder weiß – it doesn’t matter
  5. Granada – Kolonialarchitektur zum Anfassen
  6. Léon – Schlittenfahren war gestern… VOLCANO-BOARDING baby
  7. Fazit zu Nicaragua
  8. Puerto Viejo de Talamanca – vom Pazifik an die Karibik
  9. Dschungel und Tiere im Manzanillo Nationalpark
  10. Bocas del Toro & Isla Bastimentos (Panama) – Inselidylle vom Allerfeinsten
  11. Panama City – wächst und gedeiht
  12. Kuna Yala – San Blas Islands – traumhafte Inseln und leben wie Robinson Crusoe
  13. Fazit zu Panama
  14. Kokosnuss-Boccia in Uvita (Costa Rica)
  15. Manuel San Antonio Nationalpark – und die dreiste Waschbärenbande
  16. Fazit zu Costa Rica

Artikelbild: lauzon73 (CC BY 2.0)

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