Isla de Ometepe – schwarz oder weiß – it doesn’t matter…

Erneuter Aufbruch mit einem sogenannten “Chickenbus” – ein alter, ausrangierter, amerikanischer Schulbus, in den immer mehr Menschen einsteigen, die am Straßen mit den Armen wie Hühner wackeln, um mitgenommen zu werden. Da man auch so eng zusammensitzt bzw. steht, wurde dem Kollektivbus auch dieser Name verpasst. Erinnert ein bisschen an die türkischen “Dolmus”.

Chickenbus

Chickenbus

Der Busfahrer spielt laute Reggaemusik und einige singen mit. Der Fahrstil der Busfahrer ist übrigens in Sachen Geschwindigkeit – geisteskrank. Ab und zu steigt eine Verpflegerin ein und bietet Essen & Getränke an. Nach dem Konsum der leckeren Waren, wandert der übrige Müll “natürlich” in die Mülltonne – alles einfach direkt aus dem Fenster auf die Straße – aber kein Problem!!! Auch dafür gibts eine ganz praktikable Lösung – ein kleines Lagerfeuer am Straßenrand – ja klar, einfach alles zusammenkehren und anzünden. So ein kleines Feuer hat ja noch nie geschadet, in einer so heißen und trockenen Gegend… oh man ich mach mir beim Schreiben grad schon fast in die Hose. Achso, und nicht zu vergessen, dass die ganze Kacke auch noch stinkt wie Sau und wir ständig durch die entstehenden “gesunden” Rauchwolken fahren…

Mit ner kleinen Fähre gehts auf die Insel und was die Leute so alles transportieren ist einfach klasse. Kühlschränke, King-size Betten, Autoreifen etc. Die Überfahrt ist stark wellig und wir werden alle nass. Wunderlich, dass noch keiner gekübelt hat.

Im Hostel checkten wir in einem 14er-Zimmer ein, hatten aber Glück, dass in den nächsten Tagen keiner mehr hinzu kam. Das Hostel wird nur von Freiwilligen aus aller Welt betrieben und man bringt der Bevölkerung den Umgang mit der Natur bei. So werden im Hinterhof die früher auf der Insel lebenden Hirsche wieder aufgezogen, die einst von der Bevölkerung gejagt und ausgerottet wurden.

Schwarzer Vulkansand

Schwarzer Vulkansand
Bild: Beth and Anth (CC BY-SA 2.0)

Wir liehen uns Fahrräder, fuhren um die Insel und genossen die leeren Straßen. An mehreren leeren Badebuchten machten wir kurz Halt und bestaunten den schwarzen Vulkansand an den Stränden, der teilweise mit kleinen Muscheln übersät war. An einer Stelle trafen die Wellen von beiden Seiten aufeinander, ein lustiger Anblick. Da es sich um einen See handelte, hatten wir natürlich Süßwasser, was angenehmer war. Irgendwo im See soll auch ein Hai leben, aber wir blieben Gott sei Dank mit dem Kontakt verschont.

Janett ging dann am nächsten Tag mit dem Einheimischen “Erwin” und dem Pferd “Tequilla” auf große Reittour, während Kees (aus Holland) und ich uns einen Roller ausliehen und um die Insel fuhren. Helmpflicht gabs natürlich nicht, aber immerhin hatten die welche da – nicht wie in Asien. Während der Fahrt stellte ich halt fest, dass die ganzen Anzeigen wie Geschwindigkeit, Kilometerzähler und vor allem die Tankanzeige defekt waren. Looooocker. Nach nem kurzen Blick in den Tank waren wir erleichtert – voll.

In dem kleinen, untouristischen Ort “Altagracia” gabs dann ca. 12 einheimische Donuts für 1$ und wir geben der alten Oma neben uns am Tisch auch noch einen ab.

Abends kam dann noch en total betrunkener “Nica” in die Hostelbar, der wohl auch beim Personal bekannt war. Nach seinem Rausschmiss schlief er dann einfach auf dem Bürgersteig vor dem Hostel ein.

Noch ein paar Fotos von der Isla de Ometepe:

Meine Mittelamerika-Reise:

  1. San José – Cartago – ein unspektakulärer Mittelamerika-Auftakt
  2. Monteverde und Santa Elena – I believe I can fly
  3. San Juan del Sur – ein kleines Fischerdorf mit Surfleidenschaft
  4. Isla de Ometepe – schwarz oder weiß – it doesn’t matter
  5. Granada – Kolonialarchitektur zum Anfassen
  6. Léon – Schlittenfahren war gestern… VOLCANO-BOARDING baby
  7. Fazit zu Nicaragua
  8. Puerto Viejo de Talamanca – vom Pazifik an die Karibik
  9. Dschungel und Tiere im Manzanillo Nationalpark
  10. Bocas del Toro & Isla Bastimentos (Panama) – Inselidylle vom Allerfeinsten
  11. Panama City – wächst und gedeiht
  12. Kuna Yala – San Blas Islands – traumhafte Inseln und leben wie Robinson Crusoe
  13. Fazit zu Panama
  14. Kokosnuss-Boccia in Uvita (Costa Rica)
  15. Manuel San Antonio Nationalpark – und die dreiste Waschbärenbande
  16. Fazit zu Costa Rica

Artikelbild: Laoska Benyasca (CC BY 2.0)

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