Ein Kurztrip nach Warschau

Der diesjährige Mai bot mehrere Möglichkeiten, um mittels Brückentag einen viertägigen Kurzausflug zu absolvieren. Warschau war eine Stadt, die ich schon immer mal besuchen wollte. Nachdem ich einen passenden preiswerten Flug in die polnische Hauptstadt gefunden hatte, stand dem Trip nichts mehr im Wege.

Ankunft in Warschau

Der Flughafen erwies sich als äußerst kompakter Ort, den man in wenigen Minuten passieren konnte. Ein Mitarbeiter der Touristeninformation, der am Flughafen seinen Stand hatte, erklärte mir die günstigste Variante, in die Stadt zu gelangen. Der empfohlene Linienbus brachte mich dann in knapp 30 Minuten in die Innenstadt. Mittels Straßenbahn gelangte ich dann zu meinem Hotel. Warschau besitzt ein riesiges Straßenbahnnetz, welches die Innenstadt praktisch blockweise erschließt. Mit einmal umsteigen erreicht man fast jede Ecke der Stadt.

Das historische Warschau

Das historische Warschau ging ja bekanntermaßen während des letzten Krieges unter. Umso erstaunter ist man, wenn man die Altstadt betritt und überall alte Gebäude erblickt. Die polnischen Restauratoren haben in der Vergangenheit einen Spitzenjob getan beim Wiederaufbau der Warschauer Altstadt. Der zentrale Blickpunkt ist das Schloß, wenn man mit der Straßenbahn Richtung Innenstadt fährt. Unterhalb des Schlossplatzes stieg ich aus der Straßenbahn aus und begann mit meiner Erkundung der Altstadt. Einige Stufen hinaufgehend, befand ich mich auf dem Schloßplatz. Zur rechten Seite sah ich das Schloss und den Stadtteil Stare Miasto, linker Hand begann die Prachtstraße Nowy Swiat.

Warschauer Schloss

Warschauer Schloss

Warschau Altstadtgasse

Warschau Altstadtgasse

Stadtmauer in Warschau

Stadtmauer Warschau

Ein guter Überblick über die Stadt

Um einen besseren Überblick zu bekommen, stiefelte ich erstmal auf den Glockenturm der St. Annenkirche. hinauf. Je höher ich kam, umso niedriger wurde der Aufgang, bis ich dann auf der Plattform stand. Von hier oben konnte ich dann einen Großteil der Warschauer Innenstadt überblicken. Am Rande der Innenstadt befanden sich diverse moderne Hochhäuser, die die Warschauer Skyline bildeten. Drehte ich mich um, konnte ich den Fluß und das neu erbaute Fußballstadion sehen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses befand sich der Stadtteil Praga, in dem die Russen 1944 mehrere Monate warteten, als es zum Volksaufstand kam. Die Bausubstanz dort wurde im Gegensatz zum Zentrum kaum zerstört.

Stadtrundgang durch die Altstadt

Zuerst wollte ich einen Rundgang durch den historischen Teil von Warschau absolvieren. Bewaffnet mit einem Stadtplan, spazierte ich kreuz und quer herum. Das das ganze Areal einmal komplett zerstört war, konnte ich mir echt nicht vorstellen. Die Detailtreue der Häuser war beeindruckend. Kleine Erker, Gauben und sonstige Anbauten waren praktisch an jedem Haus zu finden. Im Erdgeschoß verkauften Händler entweder den typischen Souvenir – Schnickschnack oder Snacks. Während des Rundgangs fand ich mich plötzlich an einer Art Balkon zum Fluß hin wieder, eigentlich ein Platz, der einen guten Ausblick auf die gegenüberliegende Flussseite ermöglichte. Eine Gruppe von herumschnatternden Leuten, die Englisch sprachen, erregte meine Aufmerksamkeit. In deren Mitte befand sich ein junger Mann, der ein Schild mit sich führte. Kostenloser Stadtrundgang stand darauf. Da mir dieses Konzept schon in San Francisco gefiel, schloss ich mich der Gruppe an. Am Ende der Tour zahlt man den Guide einen fairen Betrag, solange er die Sache gut gemacht hatte. So begann jetzt meine etwa zweistündige Tour durch Warschau, bei der ich einen Überblick über die meisten Sehenswürdigkeiten gewann. Anschließend erkundete ich auf eigene Faust den Königsweg, wo noch viele alte Regierungsgebäude standen.

Kulturpalast im Zuckerbäckerstil

Kulturpalast Warschau

Kulturpalast

Eins der Wahrzeichen Warschaus ist das im sowjetischen Zuckerbäckerstil errichtete Kulturhaus. Das 230 m hohe Gebäude war zum Zeitpunkt der Errichtung 1955 das zweithöchste Gebäude Europas. Heute befinden sich im Komplex einige Museen, Kinos, ein riesiger Kongresssaal und gastronomische Einrichtungen. Absoluter Höhepunkt ist aber die Aussichtsplattform in 114 m Höhe, die phantastische Blicke auf Warschau ermöglicht. Hier konnte ich neben dem alten Warschau auch das moderne Warschau mit den futuristischen Hochhäusern sehen.

Praga – das neue In – Viertel Warschaus

Praga wurde während der sozialistischen Jahre dem Verfall preisgegeben. Hier stehen noch viele der Bürgerhäuser, welche auf der Westseite der Stadt den Kämpfen zum Opfer fielen. In Praga kann man gemütlich herumschlendern und noch alte morbide Häuser und Fassaden betrachten. In den letzten Jahren erlebte der Stadtteil eine Renaissance. In den Hinterhöfen findet man noch Altare mit Marienstatuen, die von den Hausbewohnern gepflegt und genutzt werden. Ich verbrachte hier einen halben Tag beim ziellosen Spazieren gehen.

Altare mit Marienbild

Altare mit Marienbild

Praga - morbider Charma

Warschau – Praga Morbider Charme

Musikfestival der Studenten

Sofort bei meiner Ankunft fielen mir die Aktivitäten in der Nähe der Universität auf. Irgendeine Veranstaltung musste stattfinden und so war es auch. Am folgenden Tag begann am frühen Nachmittag ein Konzert von lokalen Bands, das bis in die Nacht ging. Leider konnte ich nichts verstehen, da alle Songs leider nur auf polnisch gesungen wurden. Die Stimmung war jedenfalls bombastisch und der Andrang für dieses kostenlose Konzert riesig.

Museum des Warschauer Aufstandes

Ich bin zwar kein fanatischer Museumsgänger, doch das Museum des Warschauer Aufstandes kann ich jeden nur empfehlen. 1944 begann die polnische Heimatarmee ihren Aufstand gegen die deutschen Besatzer. In der Folge der Kämpfe zerstörte die Wehrmacht die komplette Stadt. In diesem Museum wird dem Aufstand der Warschauer ein Denkmal gesetzt.

Warschau

Warschau

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