Das Mekongdelta im Süden Saigons

Rudern, Ausflug

 

Teil 1 (Hanoi – Vietnams Wirtschaftsmetropole) | (Teil 2)

Der darauf folgende Tag meiner Vietnamrundreise beinhaltete 2 Sehenswürdigkeiten – das berühmte Tunnelsystem der Vietcong vor den Toren Saigons und die Tempel von Tay Ninh. Da wir zur Mittagsprozession der Cao Dai in Tay Ninh sein wollten, starteten wir ziemlich früh Richtung dem Tunnelsystem von Cu Chi in den Saigoner Außenbezirken.

Die Vietcongtunnel und die Cao Dai

unterirrdische Gänge, Saigon

Vietcong – Tunnelsystem Cu Chi

Die Tunnel wurden von den Amerikanern immer und immer wieder bombardiert und angegriffen, die sich darin versteckenden Vietcong hielten aber die ganze Zeit die Stellung. Man muss sich dies einmal vorstellen: 30 km von der gegnerischen Hauptstadt und unter und angrenzend an eine riesige amerikanische Basis befand sich ein mehrere Dutzend Quadratkilometer großes Gebiet, was immer von den Vietcong gehalten wurde. Im Bereich des Museums wurden Ausstellungen zum Einsatz und Produktion von Waffen und Fallen gezeigt und mitgeteilt, wie die Vietcong die ganze Zeit dort überleben konnten.

Cao Dai Tempel

Cao Dai Tempel

Das Highlight sind die vorhandenen Tunnelsysteme, durch die man kriechen kann. Im Anschluss daran fuhren wir zur Tempelanlage der Cao Dai, die wir pünktlich zur Prozession um 12 Uhr erreichten. Der farbenprächtige und barock verzierte Tempel wurde 1935 fertig gestellt. Die Cao Dai sind eine synkretische Religion, die als Heilige u.a. den Schriftsteller Victor Hugoverehren.

Ein Ausflug ins Mekongdelta

Am folgenden Tag verließen wir Saigon in Richtung Mekong Delta. Das Delta ist eines der größten der Welt und mit seiner Reisproduktion eine der wichtigsten Erntegebiete Vietnams. Erster Stopp war in My Tho, wo wir ein Boot bestiegen, dass uns über einen der vielen Mekongarme schipperte. Vom Hauptarm bogen wir in einen kleinen Seitenarm ein, der fast komplett zugewachsen war. Hier bekamen wir echt das Gefühl, mitten durch den Dschungel zu fahren. Rechts und links wuchsen überall Mangrovenwälder, die nur etwas Sonneneinfall zuließen. Von dort brachte uns das Boot zu unseren Übernachtungsplatz, einer Farm mit einen grösseren Holzgebäude, in dem einige einfache Kammern eingebaut waren.

Mekongdelta

Mekongdelta

Zum Areal gehörte auch ein kleiner Obstgarten, wo diverse exotische Pflanzen kennen lernten. Anschließend erkundeten wir mit einem Fahrrad die umliegenden Dörfer. Die Bewohner lebten hier in einfachen, aber nicht ärmlichen Verhältnissen. Viele hatten einen kleinen Garten, um ihr kleines massives Hauschen. Abends gab es dann ein leckeres Essen, das für alle vorbereitet wurde. Mit Einbruch der Nacht entfaltete sich dann die typische Geräuschkulisse, die man vom Dschungel her kennt. Trotzdem konnte ich gut einschlafen, teilweise dank des Reisweines.

Die Schwimmenden Märkte von Cai Rang

Am nächsten Morgen brachte uns dass Boot zurück zur Pier, wo der Bus auf uns wartete. Unser Reiseziel war diesmal die Stadt Can Tho, welche noch tiefer im Mekongdelta lag. Vor einigen Jahren hätte man für diese Strecke fast einen ganzen Tag benötigt, da es noch nicht über alle Seitenarme des Mekong Brücken gab und man deshalb auf Fähren umsteigen musste. Heute fährt man in etwa 3 Stunden über eine neue Autobahn und riesige Brücken ins Zentrum des Mekongdeltas. Der Ort selbst hat eine nette Uferpromenade und einen großen Markt, wo wir uns einige Stunden aufhielten.

Schwimmende Maerkte im Mekongdelta bei Cai Rang

Schwimmende Maerkte im Mekongdelta bei Cai Rang

Hauptgrund für Touristen, in diese Gegend von Vietnam zu fahren, ist aber der morgendliche schwimmende Markt. Hierbei handelt es sich um einen Abschnitt des Mekong, wo sich lokale Farmer und Großhändler auf dem Fluss treffen und ihre landwirtschaftlichen Produkte veräussern bzw. kaufen. Wie überall im Land ist dieser Markt jedoch kein Geheimtipp mehr. Dutzende Touristenboote schwirrten bereits zwischen den einheimischen Booten herum, um das Treiben auf dem Wasser zu beobachten und zu fotografieren. Etwa 50 Boote schwammen im Bereich des Marktes, beladen mit Ananas, Kokosnuss und weiteren exotischen Früchten und Gemüse. Die grösseren Boote transportierten mehrere Hundert Kilogramm Früchte. Unser Tourguide sagte, dass selbst Produzenten aus Kambodchea und Laos hierher kommen, um ihre Waren zu verkaufen.

Nach etwa einer Stunde verließen wir das Markttreiben, um durch diverse Seitenkanäle zu schippern. Hier konnte man das wahre Leben der vietnamesischen Einheimischen in all ihren Facetten sehen. Es wechselten sich moderne Gebäude mit Wellblechbuden ab, dazwischen kleine Fabriken und Farmen. Die Seitenarme waren ziemlich verdreckt, trotzdem wuschen die Anwohner darin ihre Wäsche bzw. badeten auch im Flußwasser. Wir sahen auch Leute, die eine Art Seegras ernteten, mit dem die Haustiere gefüttert wurden. Nach dieser morgendlichen Bootsexkursion bestiegen wir unseren Reisebus, um wieder nach Saigon zurückzukehren.

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